Friedhofsgestaltung


Immer mehr Bürger wünschen sich andere Bestattungsformen außerhalb der Erdbestattung. Zudem entstehen durch das Ende der Liegezeit immer mehr Lücken auf den Gräberfeldern, die einen unordentlichen Eindruck hinterlassen und die Gemeinde bei der Pflege der Anlage vor schwierige Aufgaben stellen.

Diese Situation war für die Gemeinde Hatzenport Anlass, innerhalb der Dorferneuerung über die weitere Gestaltung des einzigartig gelegenen Friedhofs nachzudenken.

Dabei geht es nicht nur um zeitgemäße Bestattungsmöglichkeiten, sondern auch um einen würdigen Ort der Begegnung mit den Toten und den Lebenden.

Erste Skizzen und Pläne wurden in der Dorfmoderation entwickelt und den Bürgern im Rahmen der Informationsveranstaltung "Sunndach an der Platt'" im Januar 2016 vorgestellt. Der Konzeptentwurf wurde bis September 2016 in der Dorfmoderation beraten und nach mehreren Begehungsterminen bearbeitet. Er wurde anschließend dem Ortsgemeinderat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.

Neben Urnenbestattung in "Kissengräbern" wurden als weitere Möglichkeiten die "Baumbestattung" und die "anonyme Bestattung" ohne Namensnennung auf einem Gräberfeld ausgelotet. Die Friedhofkapelle könnte als "Ort der Stille" neu gedacht und so gestaltet werden, dass ein würdiger Abschied von einem Verstorbenen stattfinden kann.
Die Wegeführung soll harmonisch in das Gesamtbild unter Berücksichtigung der Sichtachsen eingegliedert und die Zugänge optisch aufgewertet werden.

Der Kräutergarten auf dem oberen Plateau vor der Kirche ist ein Aushängeschild für den Ort, das allerdings einer ständigen Pflege bedarf. Die Hatzenporter Bürger sind aufgerufen, sich dort gärtnerisch zu betätigen. Das derzeit aktive Team ist in regelmäßigen Abständen tätig und wünscht sich Verstärkung. Meldungen zu Teilnahme werden gerne entgegengenommen.


Bewilligung

29.04.2019

Bewilligungsbescheid für das Friedhofskonzept

Im zweiten Anlauf ist es geglückt: das Friedhofskonzept Hatzenport wurde im Rahmen der Investitionsstockförderung vom Innenministerium mit einem Förderbescheid bedacht.

Insgesamt 33.000 € wurden bewilligt, was einem Investitionsvolumen von etwas mehr als 80.000 € entspricht. Der Fördersatz beträgt beim Investitionsstock üblicherweise 40%.

Damit können die von etlichen Bürgern erwarteten neuen Bestattungsformen umgesetzt werden:

So wird es nach Abschluss der Baumaßnahmen und der Entwicklung einer neuen Friedhofssatzung folgende neue Bestattungsformen geben, die ausschließlich als Urneneinzelgräber angeboten werden.

 

1. Kissengräber

Dabei werden fertig vorbereitete Urnengräber gestaltet. Die Röhre, die die Urne aufnimmt, schließt nach oben mit einem Basaltstein ab, in den der Name des Verstorbenen graviert wird.

Die Fläche wird so ausgestaltet, dass sie komplett, also mit den Gasaltsteinen mit dem Rasenmäher befahrbar ist. Blumen oder Kerzen dürfen auf diesen Grabstätten nicht aufgestellt werden.

 

2. Anonyme Grabstätten

Das Dorfmoderationsteam und der Arbeitskreis zur Entwicklung des Friedhofskonzeptes möchten ebensolche Urnengräber schaffen, die nach oben mit Grasnarbe geschlossen werden. Hierfür muss die Fläche in ein Raster eingeteilt werden, um die Lage der vorbereiteten Urnengrabflächen zu dokumentieren. Nach der Bestattung wird die Grasnabe über der Graböffnung wieder geschlossen.

Daneben enthält das Friedhofskonzept gestalterische Maßnahmen, Bepflanzungsmaßnahmen und auch die Sanierung der Treppe zum Friedhof.

Da das Konzept bereits vom Ortsgemeinderat beschlossen ist, sollen die Maßnahmen schnellstmöglich ausgeschrieben werden, damit der neue Ortsgemeinderat in seiner zweiten Sitzung nur noch die Aufträge vergeben muss.

Ein Dankeschön an die Mitmacher, die bei der Entwicklung des Gestaltungskonzeptes geholfen haben. Ein Dankeschön an Eva Bach, die gleichzeitig auch alle Pläne entwickelt hat, an Stefan Rothmeier, Irmgard Schröder, Maria Gietzen, Karlheinz Naunheim, Egon Müller, Rolf Busch und posthum natürlich Horst Noll, der leider die Realisierung des Konzeptes nicht erlebt hat.

Bleibt zu hoffen, dass die Maßnahme möglichst schnell umgesetzt werden kann.


06.12.2016

Ortsgemeinderat beschließt das Konzept zur Umgestaltung des Friedhofs

Der Bau- und Wegeausschuss befasste sich in der Sitzung vom 15.11.2016 unter anderem sehr intensiv mit der Umgestaltung des Friedhofes. Eine Arbeitsgruppe hatte einen ganzen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der vom Bau- und Wegeausschuss verabschiedet wurde.
Neben den bereits beschlossenen Kissengräbern empfiehlt der Ausschuss auch noch die Anlage von Baumgräbern sowie in einem, derzeit nicht belegten Feld, die Anlage von anonymen Urnengrabstätten.

Ebenfalls notwendig wird dann die Neuanlage von Wegen auf dem Friedhof, die Ergänzung mit Geländern.

Die Herstellung der vorgenannten Gräber soll in einem Zuge komplett gefertigt werden. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten zumindest in Teilen über die Friedhofsgebühren erwirtschaftet werden müssen.

Auch in der Friedhofshalle besteht Sanierungsbedarf. Hier sind einige Fliesen an den Wänden neu anzubringen, die Fenster müssen gestrichen, eine neue Beleuchtung angebracht sowie die Leitungen unter Putz gelegt werden.

An einigen Stellen an der Wand zeichnen sich Feuchteschäden ab, die zu trocknen sind. Auch ist zu prüfen, ob eine Kühlung eingebaut werden muss.

Der Zugang von der Oberstrasse zum Friedhof vom Friedhofsweg aus ist neu zu erstellen.

Nach eingehender Beratung soll die Ausschreibung zur Klärung der Kosten schnellstmöglich erfolgen: Die Herstellung der Kissengräber, der Baumgräber und der anonymen Urnengrabstätten soll in einer Ausschreibung mit drei Losen erfolgen. Somit sind die Kosten für die einzelnen Grabarten am einfachsten nachzuvollziehen.

Der Ortsgemeinderat beschloss einstimmig das vorgenannte Konzept der Friedhofsgestaltung umzusetzen.

Die Fördermöglichkeiten für diese Maßnahmen sind zu prüfen und ggfls. entsprechende Anträge zu stellen.